Neue topische Therapien

Topische Therapeutika zielen darauf ab, Entzündungen zu reduzieren, Juckreiz zu lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Es können hierbei verschiedene Wirkstoffe, je nach Erkrankung, Lokalisation und Intensität der Hautveränderungen und Alter der PatientInnen eingesetzt werden. Während topische Kortikosteroide und topische Calcineurininhibitoren schon lange zur Behandlung entzündlicher Hautkrankheiten eingesetzt werden, gab es in den letzten Jahren neue Entwicklungen, wie die Möglichkeit zur Behandlung mit topischen Janus Kinase Inhibitoren.

Wir möchten Ihnen hier einen Überblick über neue topische Therapien bei entzündlichen Hauterkrankungen geben.

Januskinaseinhibitoren

Mit Januskinaseinhibitoren (JAK-Inhibitoren) steht in der Dermatologie eine neuartige Wirkstoffklasse zur Verfügung, die gezielt und lokal in die pathophysiologischen Mechanismen bei entzündlichen Hauterkrankungen eingreift. JAK-Inhibitoren blockieren dabei den JAK-STAT-Signalweg, der bei zahlreichen immunvermittelten, entzündlichen Dermatosen hochreguliert ist. Im Gegensatz zur systemischen Anwendung bieten topische Formulierungen ein günstiges Sicherheitsprofil bei gleichzeitig hoher Wirksamkeit.

  1. Ruxolitinib (Opzelura®)

    JAK-Inhibitor mit selektiver Hemmung von JAK1 und JAK2, zugelassen für die Behandlung der nicht-segmentalen Vitiligo des Gesichtes bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren. Die Anwendung erfolgt zweimal täglich, wobei die Behandlungsfläche nicht mehr als 10% der Körperoberfläche betreffen darf. Für eine ausreichende Repigmentierung kann eine Behandlungsdauer von 24 Wochen notwendig sein.

    Als Nebenwirkung können akneiforme Hautveränderungen an der Applikationsstelle auftreten.

  2. Delgocitinib (Anzupgo®)

    Pan-JAK Inhibitor, zugelassen für die Behandlung des mittelschweren bis schweren Handekzems bei Erwachsenen, wenn eine topische Therapie mit Steroiden keine ausreichende Besserung zeigt oder kontraindiziert ist.

    Die Anwendung erfolgt zweimal täglich an den betroffenen Stellen.

    Als Nebenwirkungen können Erytheme, Juckreiz, Schmerzen oder Parästhesien an der Applikationsstelle auftreten.